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12.10.2020, 15:46 Uhr

Ist fossiles Erdgas eine Bedrohung?

Diskussionsbeitrag von Dr. Winfried Boenigk

Fossile Energieträger werden lautstark und öffentlichkeitswirksam angegriffen. Ziel ist der vollständige Ersatz durch Strom aus erneuerbaren Quellen oder indirekt durch Gase auf Bases Elektrolyse  (Wasserstoff) oder nachfolgender chemischer Umwandlung (PtX).

Foto: „Darveze Gaskrater“ von John Pavelka, lizensiert unter CC BY2.0
 Kohle- und Atomausstieg sind in Deutschland terminiert; der Ersatz durch grundlastfähige erneuerbare Energien ist hingegen bisher nicht greifbar. Daher wird Deutschland noch Jahrzehnte auf fossiles Erdgas als geringstes fossiles Übel angewiesen sein.

Erdgas besteht überwiegend aus Methan. Dieses hat eine 15-mal stärkere klimaschädliche Wirkung als CO2. Daher ist Erdgas in der Tat eine Bedrohung, wenn es in die Umwelt entweicht. 

In Turkmenistan entstand 1971 durch Zusammenbrechen einer Erdgashöhle ein gewaltiger Krater. Zur Verhinderung des Austritts giftiger Gase mit Gefährdung umliegender Ortschaften wurde nachströmendes Gas entzündet und fackelt seitdem ungenutzt ab. Ähnliche Phänomene sind aus Sibirien (Jamal-Halbinsel) bekannt. Auch hier bricht Erdgas unter Kraterbildung aus. Dies wird begünstigt durch Auftauen des Permafrost-Deckpanzers.

Was liegt also näher, als unkontrolliertes Entweichen durch gezieltes Verbrennen zu ersetzen. Somit kann die „Kanalisierung“ u.a. mit Nord Stream 2 sogar zur Verhinderung größerer Umweltkatastrophen beitragen. Diesen Denkansatz habe ich bisher in Diskussionen nicht entdeckt.

Positiver Nebeneffekt ist, dass Erdgas den durchschnittlichen Energiepreis in Deutschland senkt. Solange Strom aus Kohle oder Erdgas hergestellt wird, ist die direkte Erdgas-Verfeuerung in Heizungen oder in einem CNG-Kfz (https://mit-coe.de/lokal_1_4_1_Dieselgate-und-seine-politischen-Konsequenzen--Die-naechste-Runde.html) umweltfreundlicher und wirtschaftlicher. 




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