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22.08.2018, 09:48 Uhr

Fachkräfte dringend gesucht

MdB Henrichmann besucht Strumpf Dirks und HT-Verfahrenstechnik

Fachkräftemangel und Energiewende sind zwei der Themen, die Billerbecker Unternehmen beschäftigen. Im Rahmen seiner Sommertour besuchte der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann gemeinsam mit Vertretern der örtlichen CDU, darunter Fraktionschef Marco Lennertz, Strumpf Dirks und HT-Verfahrenstechnik.

Die Besucher, zu denen auch Bürgermeisterin Marion Dirks, Kreis-Wirtschaftsförderer Dr. Jürgen Grüner und Horst Kuhl, Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung im Kreis Coesfeld, gehörten, sahen es schon vor dem Werkstor: Strumpf Dirks stockt auf, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Halle bekommt ein weiteres, 900 Quadratmeter großes Geschoss. „Wir schaffen Platz, weil wir unsere Produktion in der Slowakei bis Ende 2019 nach Billerbeck holen wollen“, erklärte Dietmar Dirks, der gemeinsam mit seinem Bruder Rainer die Geschäfte führt.

Raum hätte er nach dem Ausbau genug, mit Arbeitskräften sieht es schwieriger aus. Ein junger, gut ausgebildeter Textiltechniker aus Bosnien habe bei ihm zur Probe gearbeitet, eine Anstellung sei aber nicht in Sicht, erläuterte er. „Wir kriegen ihn nicht rüber“, brachte es Dirks auf den Punkt. Zuständig für ein Arbeitsvisum sei die Botschaft vor Ort, auf Termine müssten Antragsteller aber zwölf bis 18 Monate warten. 

Dass die Botschaften überlastet seien, räumte Henrichmann ein. Der Parlamentarier setzt auf das Fachkräftezuwanderungsgesetz, das noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll. Dass darin die Anliegen der Unternehmer berücksichtigt werden, dafür will er sich auch im Parlamentskreis Mittelstand der Unionsfraktion einsetzen. „Wir brauchen Arbeitskräfte“, betonte auch wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner. „Sonst fallen wir zurück“.

Die Sicherheit der Energieversorgung stand im Mittelpunkt des anschließenden Besuchs bei HT-Verfahrenstechnik. Ein Geschäftszweig des Unternehmens sind Biogasanlagen. Neun dieser Anlagen verwaltet HT aktuell und bekommt dafür derzeit noch eine Einspeisevergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Ohne Subvention funktioniert Biogas nicht“, unterstrich Geschäftsführer Norbert Hidding.

„Biogas hat einen wichtigen Anteil am Energiemix“, erklärte Henrichmann – zumal Biogasanlagen auch bei Windflaute und wolkenverhangenem Himmel zuverlässig Energie lieferten und damit ein wichtiger Baustein für die Versorgungssicherheit seien. Kritisch würden häufig die dafür notwendigen großen Flächen mit Maisanbau gesehen. „Alternative Energielieferanten erhöhen die Akzeptanz“, meinte der CDU-Politiker. Hier liefen im Kreis Coesfeld bereits Versuche der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft.